Tuesday, 6 March 2012

11. Tag in 2012 (Back to school)

Ich kann mittlerweile durchschlafen und wache nachts nicht mehr auf. Leider träume ich stattdessen jetzt absolut bescheuertes Zeug. So bescheuert, dass ich mich noch Tage später dran erinnere und viel zu bescheuert, um es hier aufzuschreiben (sonst denken alle ich bin wirklich verrückt).

Es regnet heute voraussichtlich den ganzen Tag. Gut, dass ich meinen Regenschirm in Hiroshima vergessen habe. Erinnerungen an die ätzende verregnete Zeit in Kyoto letztes Jahr werden wach. Aber ich habe ja Schule und andere Dinge zu tun, also wird es schon nich so schlimm. Meiner Migräne ist das aber egal und sie meldet sich als ich am frühstücken bin. Meiner teuren Formigran-Pille ist sie aber nicht gewachsen und nach ein paar Stunden huuiiii im Kopf, hat die Pille ihre Wirkung getan.

Ich nutze die Zeit vor der Schule noch um etwas Kanjis und andere Dinge zu üben. Ich bin jetzt wieder richtig schön im Schwung was mein Japanisch angeht. Wenn's jetzt noch mit der Konversation besser klappen würde, hat sich die Schule doch noch gelohnt. Falls ich zu Kudan zurückkomme, sollte ich vielleicht lieber einen Konversationskurs buchen, dann spare ich mir bestimmt auch das Shadowing.

Mein großartiger Soundtrack auf dem Weg zur Schule: M83 - Midnight City (Vimeo Link)


Heute macht die Schule wirklich Spaß. Ich komme gut mit. Die heute behandelte Grammatik ist zwar nicht ohne, aber wie immer logisch und eigentlich einfach einzusetzen. Die Verbindung mit neuem Vokabular macht es dann natürlich wieder etwas zu schnell für mich, aber daran muss ich halt arbeiten.

Die Russin Marina aus meinem Kurs geht mir sowas von tierisch auf die Nüsse. Hier ein paar Beispiele ihrer Hochnäsigkeit:
Erst besprüht sie sich mitten im Unterricht mit ihrem billigen Parfüm, sogar während die Lehrerin neben ihr steht. Dann gibt sie die von der Lehrerin ausgeteilten Blätter nicht weiter nach hinten sondern nimmt sich nur ihre. Tja und ständig quatscht sie dazwischen wenn die Lehrerin etwas in die Klasse oder jemand anders fragt, so als ob sie Einzelunterricht hätte. Ich bin sooo kurz davor mal lauthals "Shut the fuck up" zu rufen. Hmm, vielleicht sollte ich das mal auf Russisch machen damit sie es endlich rallt. Selten so eine arrogante Person gesehen, die sogar noch Stolz auf ihre Oberflächlichkeit ist. Sie macht keinen Hehl daraus, dass Geld und Statussymbole für sie das Wichtigste im Leben sind. Wie so manch Russin in Berlin trägt sie dann ihr Verständnis von Luxus und Schönheit auf eine penetrante, knallbunte und super nuttig anmutende Art zur Schau. Hab ich ja überhaupt kein Problem mit, jedem das Seine, aber halt doch mal die Fresse und nimm' Rücksicht du Kuh, ich will hier Japanisch lernen!!!!!



Elisa und ich unterhalten uns am Ende des Unterrichts über die Unterschiede des Museum in Hiroshima und dem Yasukuni-Schrein Museum in Bezug auf die Kriege usw. Elisa bezieht tatsächlich die Lehrerin in das Gespräch mit ein und versucht ihr mit unserem verhältnismäßig schlechten Japanisch ihren Standpunkt klar zu machen. Ohweia, das hätte ich lieber gelassen. Einem Japaner zu erklären, dass ein National-Museum quasi Lügen verbreitet ist doch eher ein zu heißes Eisen. Elisa kennt da mit ihrer spanischen Art kein Hindernis und nutzt auch das Wort für Lüge (うそ). Ich versuche es etwas abzuschwächen (ちがい, Unterschied) weil ich meine, dass die Lehrerin trotz ihrer Maske der Freundlichkeit, eigentlich im Begriff ist beleidigt zu sein. Naja, kann uns aber auch eigentlich egal sein, sie wird ja bezahlt mit uns zu sprechen und uns zuzuhören, da hat Elisa schon Recht.

Den Rest des Abends verbringe ich zu Hause mit gutem Abendessen, weiteren Hausarbeiten und Kanjiübungen und der Planung meiner restlichen Woche. Akane, die jüngere und etwas durchgeknallte Tochter beschämt mich mit ihren eigenen Kanjiübungen. Die Worte kenne ich teilweise, aber die Kanjis, die sie lernt sehen echt schwer aus. Ziemlich krass was ne 6jährige schon so lernt. Die Familie amüsiert sich etwas darüber, dass ich immer den Stift zwischen die Lippen klemme wenn ich mit beiden Händen am Notebook tippe. Scheint man hier wohl nicht zu machen. Das Kommentar von Akane dazu lautet dann: Der Deutsche isst wohl gerne Stifte.....Ha...Ha...Ha *hust*

Yay, für morgen abend bin ich zum Shabu-Shabu essen mit einer mir noch relativ unbekannten Japanerin verabredet. Sogar in Roppongi! Na das kann ja was werden ;)