Friday, 9 March 2012

13. Tag in 2012 (Ein Wiedersehen mit Maria Ozawa)

Vorletzter Tag in der Schule und ohne einen Plan für den Abend. Aber wie es der Zufall wieder so will, finde ich heraus, dass Maria Ozawa doch wieder im Rockza in Asakusa auftritt!! Knaller, da geh ich doch glatt hin, auch alleine wenn es sein muss! Wenigstens krieg ich so wenigstens was für die Augen und zwar in echtem 3D. Der Eintritt liegt zwar bei 6.000 Yen, aber man gönnt sich ja sonst nix. Bedenken oder Sorgen, dass ich mich in nen Stripschuppen begebe habe ich überhaupt nicht mehr. Hier ist das ja eh mehr oder weniger normal, hehe.
Außerdem ist es eine gute Gelegenheit wieder in der Khaosan Bar vorbeizuschauen.

Auf dem Weg zur Schule sehe ich wieder verschiede Bauarbeiter. Warum haben die eigentlich so komische Pluderhosen an? Hat das historische Gründe oder sind das wirklich praktische Gründe? Muss ich mal herausfinden.

In der Schule ist wieder business as usual. In der Kanji-Klasse stelle ich mich diesmal echt gut an und mache fast keine Fehler im kleinen Test, obwohl ich am Dienstag gar nicht da war. Aber ich habe ja auch etwas gelernt. Kanjis machen mir Spaß, ich merke mir Gezeichnetes viel besser als Gesprochenes. Bin wohl ein visueller Lerner.

Nach dem Unterricht gehe ich alleine in die Izakaya essen in der ich schon mit Elisa war. Gefällt mir ganz gut die Atmosphäre und außerdem ist es recht günstig. Ich esse Gyoza und (Hühnchen) Karage. Ich steh auf das Zeugs, dieses Jahr esse ich es fast jeden Tag. Die Jahre zuvor war es hauptsächlich Reis und Fisch aber dieses Jahr ist mir irgendwie nicht danach. Ich kippe 2 eiskalte Sapporo-Bier (Asahi wäre mir lieber) und mache mich dann auf den Weg nach Asakusa zur 19 Uhr Vorstellung.

おいしそうね
Das Rockza ist relativ voll. Geschäftsmänner, Arbeiter und Normalos verbringen hier wohl gerne ihren Feierabend. Es sitzen sogar zwei Frauen im Publikum, verschwinden aber schon nach dem ersten Akt. Ich denke die meisten im Publikum haben eine im Tee, aber da bin ich ja in guter Gesellschaft. Es wird sich natürlich brav benommen, nur ein älterer Herr, der ganz vorne sitzt beugt sich jedesmal demonstrativ nach vorne wenn die Mädels ganz nah sind und will wohl jedes Schamhaar einzeln begutachten. Schon etwas freaky muss ich sagen, von vornehmer Zurückhaltung hat der wohl nix gehört. Er wirkt fast so als ob er traurig ist, so etwas auf seine alten Tage nicht mehr ohne Bezahlung sehen zu können.

Die Show selber ist der Knaller, viel  besser als vor 2 Jahren, vollkommen durchdacht und sogar mit kleinen Geschichten. Das Hauptthema ist wohl Japan in den 50er Jahren. Beim Eröffnungstanz tragen alle also entsprechende Kleider und Maria Ozawa kommt quasi als Gast mit dem Auto angefahren (Autogeräusche vom Band). Ich muss beinahe lachen, so albern sind manche Szenen und Kostüme. Aber auf jeden Fall ist es für mich gutes Entertainment, selbst ohne entblößte Brüste. Ich bin kurz geschockt, als ein kleines Mädchen auf der Bühne mittanzt. Sie hat den Körper und das Gesicht eines Mädchens, trägt auch ein passendes Kleidchen und bewegt sich auch so. Ich hoffe wirklich, dass die schon volljährig ist, das wäre sonst zu krass.



Die jeweiligen Einzeltänze sind alle für sich richtig gut. Selbst die Eine, die sich nur wie mit Stock im Arsch bewegt und absolut keine sexy Bewegungen drauf hat, ist in ihrer Einzelshow ganz passabel. Bei der Show des "kleinen Mädchens" fühle ich mich fast wie ein Pädophiler, weil sie schon etwas sexy aussieht. Ist mit Sicherheit legal die Kleine, alles andere wäre ja auch Wahnsinn. Mein Favorit ist die Eine, die ihre Show mit einer richtig guten Streetdanceperformance eröffnet bei der man sieht, dass sie eine entsprechende Ausbildung genossen haben muss. Wahrscheinlich die einzige professionelle Tänzerin hier. Up close und nackt macht sie auch eine mehr als gute Figur. Schmunzeln muss ich als ihr Ausziehteil dann mit Michael Jacksons "Heal the World" untermalt wird, das is dann doch etwas zu schmalzig, selbst für ne Tittenshow. Achja, ich bin natürlich auch diesmal der einzige Gaijin im Publikum, aber so wirklich wahrgenommen werde ich von den Mädels auf der Bühne nicht hab' ich das Gefühl.

Maria Ozawa bemerkt mich auch nicht, verdammt, haha. Ihr Auftritt ist super und professionell, aber ich habe das Gefühl, dass sie sich etwas hat gehen lassen. Sie sieht irgendwie fertig aus im Gesicht. Ein neues Tattoo hat sie auch am Arm, interessant. Sie ist auf jeden Fall mit Abstand die Hübscheste der Truppe, die Mischung machts eben.

Grinsend und zufrieden latsche ich von Asakusa zur Khaosan Bar und treffe dort den Isländer von vorletzer Woche wieder. Sein Name ist fast unausprechlich: Brynjólfur Magnús Brynjólfsson . Ach schön, deswegen komm ich gerne hier her, man kennt sich einfach. In der Bar hocken noch der Manager vom Samurai, ein paar andere Japaner, noch ne Isländerin und ein Norweger. Zwei Däninnen gesellen sich später dazu, sowie eine Gruppe Gothic-Österreicher. Nach ein paar Bier und dem Frei-Sake fürs einloggen über Facebook ist die Stimmung gelöster und wir machen alle abwechselnd den DJ. Meine Auswahl von M83s "Midnight City" wird wohlwollend zur Kenntnis genommen. Witzig ist auch, dass die Tante des Isländers in der Band Gus Gus war. Die kenn ich noch aus meiner kurzen Zeit mit DJ-Ambitionen und ich glaub ich hab sogar den Song "David" auf Platte. Und wieder, ein Kreis schließt sich in Japan, wo sonst?

Wir verabreden uns alle locker für den Samstag im Club "The Womb". Wird bestimmt lustig.

Ziemlich betrunken mache ich mich gegen 23 Uhr auf den Weg nach Hause. Mit unglaublichen Glück kriege ich wieder den allerletzten Zug nach Hause. Im Kopf male ich mir schon die möglichen Optionen aus, falls ich einen Zug verpassen würde, aber so viele Optionen hab ich gar nicht. Mein Bargeld geht nämlich auch zur Neige und ich muss morgen, spätestens übermorgen dringend Geld abheben. Heute habe ich auch echt in die Vollen gegriffen, oh Mann. Hoffentlich ist meine Kreditkarte wieder zu gebrauchen, habe sie nämlich quasi aufgeladen.

Wie ein Stein falle ich ins Bett. Hmm, hätte vielleicht noch etwas mehr Wasser trinken oder noch was essen sollen. Morgen ist schließlich mein letzter Tag in der Schule und abends gehts ja auch zum Iaido-Training. Naja, wird schon schief gehen.