Sunday, 23 December 2012

9. Tag (Von Taiwan nach Japan)

Der Schlaf war kurz, aber tief. Ich versuche gegen 5:30 Uhr Tiffany zu wecken damit sie mit ins Taxi kann oder wir uns wenigstens verabschieden können, aber sie reagiert nicht auf mein Klopfen. Naja Pech gehabt. Dann eben ohne Verabschiedung.

Der Taxifahrer kommt pünktlich und der Preis von 1.000 TWD geht auch klar. Gut so, denn mehr hätte ich gar nicht mehr. Meine Bargeld für Taiwan ist komplett aufgebraucht, haha.

Der Fahrer fährt scheinbar eine andere Route, aber seine ist wesentlich schöner, da sie direkt am Hafen und daher am Meer vorbei führt. Die stürmische See und die weißen Wellenkämme machen mich noch melancholischer, aber der Anblick ist schon sehr schön. Ich hätte echt mehr Natur sehen sollen in Taiwan...muss ich in Japan unbedingt nachholen.

Der Taxifahrer fährt einfach mal geschmeidige 120 Sachen in der Stadt und manchmal wird mir etwas bange. Er kündigt sich aber immer mit einem Hupen an wenn er über eine Kreuzug düst, was wohl durchaus normal ist. Er hat die Hand daher permanent an der Hupe.

Einchecken am Flughafen ist unspektakulär, das Fliegen genau so. Einzig die Aufsteller zum tradiotionellen taiwanesischen Puppentheater sind interessant, davon hatte ich vorher noch nichts gehört aber die Show im TV ab und zu gesehen und mich gewundert. Das Essen im Flieger ist wiederum ein kleines Highlight.

 
Am Flughafen Narita angekommen breche ich schon in den ersten Stress aus, die Schlange am JR Schalter, um meinen Railpass einzulösen ist ewig lange. Ich warte ca. 1 Stunde oder mehr, voll bepackt und ungünstig angezogen, denn schwitzen tue ich wirklich wie Sau. Als ich dann aber rankomme geht es recht schnell und ich kann sogar bereits meine Reservierung für die Fahrt nach Nagoya machen. Der JR Rail Pass hat ein neues Design, aha.

Ich muss echt meine Packstrategie überdenken, ich sollte weniger tragen sondern mehr schieben, dann muss ich auch nicht so schwitzen. So ein Travelrucksack ist zwar praktisch aber für Wartesituation denkbar ungeeignet.

Eigentlich wollte ich gegen 15 Uhr am Hostel ankommen, bin dann aber erst gegen 17 Uhr da und es ist schon dunkel. Der Tokyo Skytree ist fertig gebaut und strahlt in beeindruckenden Farben (grün wie ein Weihnachtsbaum). Der Blick auf das Asahi-Gebäude sieht mit dem Skytree jetzt noch schöner aus.


Es fühlt sich gut an zurück zu sei. Im Hostel sind neue Gesichter, aber alle ganz nett.
Ich bekomme erst ein Doppelzimmer ganz für mich alleine, muss morgen aber in das mixed dorm umziehen, das nervt etwas. Zeit für eine Dusche und ein Nickerchen.

Ich gehe irgendwo in Asakusa was essen, ganz allein und diesmal nicht ins Matsuya oder Yoshinoya, hah! Vorher mache ich natürlich meine Runde zum Kaminari-mon und zum Sensoji-Tempel.

Tonkatsu mit Käse. Sehr lecker.
Danach natürlich gepflegt in die Khaosan Bar und meinen Begrüßungssake trinken. Interessant, die haben erweitert. Es gibt jetzt zwei weitere Etagen. Die oberste ist das Raucherzimmer geworden. Mehr Klos gibt es auch, sehr praktisch.

Ich komme ins Gespräch mit einer japanischen Dame, die in der Werbung arbeitet. Sie ist vollkommen geplättet davon, dass ich Iaido mache. Weiß nicht ob das Höflichkeit, Unwissenheit oder tatsächliche Begeisterung ist. Wahrscheinlich eine Mischung aus allem. Lustiges Gespräch jedenfalls, typisch für diese Bar.

Nach ein paar Drinks und random talk with strangers gehe ich relativ früh ins Bett, muss ja morgen gleich nach Nagoya fahren und Misako besuchen.

Morgen ist dazu auch noch Heilligabend...