Tuesday, 18 December 2012

Taiwan: 3. Tag (Auf dem Taipei 101)

Uuuuh, das waren wohl zu viele Dim Sum. Es rumpelt gewaltig in meinem Magen.  Ich wache nachts um 4 Uhr auf und fühle mich hundelend. Leider verfliegt das Gefühl auch nicht am Morgen. Also keine Dim Sum mehr vorm Schlafengehen in Zukunft.

Die Bude ist mehr oder weniger leer wenn man von dem ganzen Müll und Gerümpel absieht der hier so rumsteht. Wirklich leben tut hier niemand, eher hausen. Tiffany hat eine eigene Etage oben und dort sieht es noch chaotischer aus. Es ist gerade auch ein Handwerker da, der an ihrer Dusche werkelt.

Als das erledigt ist gehen wir zusammen Nudelsuppe frühstücken. Tut meinem Magen ganz gut, aber ich merke, dass er etwas durcheinander ist gleich was Fettes und Warmes am Morgen zu bekommen. Es gesellen sich ein paar Japaner zu uns. Ich habe zufällig mein Muso Jikiden Eishin Ryu Iaido T-Shirt vom Regensburg Lehrgang 2009 an, was den Japanern irgendwann auffällt. Fühle mich ein bisschen beobachtet aber irgendwie auch cool. Haben wohl nicht erwartet in nem Nudelsuppengeschäft nen Europäer mit so nem Shirt anzutreffen. Für eine Konversation reicht es aber nicht, dafür ist die Situation zu ungewöhnlich und ich zu sehr am kämpfen mit meiner Suppe.

Tiffany muss dann zur Uni und ich bin mit Fifi für den Taipei 101 verabredet, DAS Wahrzeichen von Taipeh. Also setze ich mich in den Bus und fahre die paar Stationen. Auch hier gibt es das einfache Kartensystem wie in Japan (Suica), jedoch sind die Preise deutlich günstiger.

Das Wetter ist heute etwas komisch, es ist sehr windig und leicht feucht, aber immer nur mit vereinzelten Regentropfen, die sich irgendwie verirren. Nicht genug für einen Schirm aber genug um auch mal etwas feucht im Gesicht zu werden. Faszinierend.

Coole(s) Gebäude neben dem Taipei 101

Der Taipei 101 ist wirklich riesig und beeindruckend. Ich warte auf Fifi und höre Lila Wolken von Marteria. Ausnahmsweise habe ich mal eine fotografische Eingebung. Der Wolkenkratzer spiegelt sich nämlich in den bunten Blockskulpturen, die am Boden aufgebaut sind und es ergibt sich dadurch ein cooles Bild. Solche Kleinigkeiten machen mich happy.








Fifi kommt leicht verspätet und hat irgendwie schlechte Laune.

Im Inneren ist der Taipei 101 auch nur eine riesige Shopping Mall mit sauteuer aussehenden Markengeschäften. Zu protzig und zu langweilig. Wir gehen direkt Richtung Aussichtsplatform.

Momentan ist der Wolkenkratzer der dritthöchste der Welt und dementsprechend nett ist die Aussicht von oben. Heute ist nur eine Seite der Aussichtsplatform im 91. Stock offen, da der Wind zu stark weht. Die Soundkulisse ist einzigartig gespenstisch. Der Wind pfeift so stark und kontinuierlich durch die Metallstreben, dass es sich wie ein tierisches Heulen oder Summen anhört. Ich versuche es mit dem Handy aufzunehmen, jedoch knallt der Wind zu stark ins Mirko für eine verständliche Aufnahme.

 
Grün ist es in Taipeh tatsächlich auch





Klicken für Panorama-Ansicht
Ja is klar.
Der berühmte größte Schwingungsdämpfer der Welt im Inneren des Gebäudes.
Angeschlossen an die Aussichtsplatform ist ein Korallen- und Jadeschmuckmuseum, durch das wir gezwungenermaßen auch noch müssen. Ist ganz faszinierend was man aus Korallen so machen kann.

Wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen schlendern wir etwas durch den Xinji District. Fifi möchte in den großen Eslite Buchladen und ich folge ihr natürlich interessiert. Riesiger Laden, eine Menge Auswahl. Hier scheint man permanent die Bücher auch lesen zu können, sogar Zeitschriften. Die Gänge sind gesäumt von Kindern und Jugendlichen, die in allen möglichen Büchern schmökern. Anders als in den japanischen Buchläden, die ich kenne, ist der hier wesentlich größer und westlicher gestaltet. Nicht so eng und überladen. Vom Prinzip gefällt mir das Design sogar, habe nur keinen Bock was zu kaufen. Fifi schlägt irgendwie die Zeit tot.

Irgendwann gehen wir dann mehr oder weniger gelangweilt Richtung Heimat. Mir fällt noch eine Demonstration am Fuße des Taipei 101s auf, die ich nicht einordnen kann. Fifi erklärt mir, dass es sich hier um den bekannten Senkaku- bzw. Diayou-Inselstreit handelt. Taiwan möchte nämlich eigentlich auch diese kleine Inselgruppe haben, zumal sie nur 170km von Taiwan entfernt ist. Aber die taiwanesische Regierung weiß einfach, dass sie zu klein und schwach im Vergleich zu Festland China und Japan ist, daher halten sie sich eher zurück. Fifi findet das gut, da es sicherer für die Bevölkerung Taiwans ist. Recht hat sie.

Es dämmert bereits und wir machen uns auf die Suche nach etwas zu Essen. Auf dem Weg werde ich Zeuge davon wie Taiwan Weihnachten feiert.


Vapiano in Taiwan, wer hätte das gedacht. Das 5. von rechts unten ist das Kanpai.

Das hat bei mir auch keine Weihnachtsstimmung hervorgerufen...
Das Restaurant ist mir nicht mehr wirklich in Erinnerung. Es ist klein, eng und karg eingerichtet. Drinnen ist es locker 10 Grad heißer als draussen, der ganze Dampf vom Kochen macht es noch mal extra schwül. Mit diesen Temperaturunterschieden komme ich nicht klar. Das sehen die Gäste auch deutlich. Aber das Essen ist gut. Simpel und gut.

Günstiger und leckerer Hühnchen-Eier-Reis
Unterschriften von berühmten Leuten, direkt auf der Wand
Nach dem Essen trennen sich unsere Wege wieder und jeder geht nach Hause. Hoffentlich hat Fifi morgen bessere Laune.