Saturday, 15 December 2012

Taiwan: 1. Tag (Lange Anreise und lange Partynacht)

Es geht entspannt los, mein Vater fährt mich früh zum Flughafen. In Berlin liegt jede Menge Schnee. Ich zwar bereits online eingecheckt aber beim Koffer abgeben fragt der nette Herr am Schalter ob ich vielleicht die frühere Maschine nach Frankfurt möchte. Da sag ich doch nich nein. Doch es kommt etwas Hektik auf, da ich mich für diese Maschine jetzt doch etwas beeilen muss. Kurzer Anflug von Stress, dann wieder gaaanz entspannt. Im Flieger nicke ich wie immer sofort ein. Sobald die Klimaanlage angeht und die Türen zu sind, lullt mich das Brummen in den Schlaf. Aber für die Getränken und den Snack bin ich immer sofort wach.

Meine Devisen für Taiwan.
Beim Ausstieg in Frankfurt und dem Blick auf die Anzeigetafel dann der Schock. Mein Air China Flug nach Peking wird statt um 14:20 Uhr um 18 Uhr erwartet?!?!!! Jetzt kommt aber große Hektik auf und noch viel größerer Ärger!

Ich muss komplett aus dem Transitbereich raus und an den Air China Schalter, an dem bereits eine ganze Horde von Menschen Schlange steht. Neben den Anzeigetafeln kleben mehrere Zettel, dass wegen starken Nebels in Peking die Maschine nicht landen bzw. starten kann. Na großartig...dann kann ich meinen Anschlussflug nach Taipeh ja komplett vergessen.
In der Baggage Drop-Off Schlange stehen weniger Leute, also probiere ich es da. Ich hab zwar keine Koffer zum abgeben aber ist mir egal. Eine Chinesin vor mir erklärt mir in gutem Deutsch auf eine etwas aufdringliche Art, dass man für diese Schlange hier bereits eingecheckt sein muss. Ich sage ihr schroff, dass es bei mir etwas anders ist und sie merkt, dass mir eine Unterhaltung gerade überhaupt nicht passt. Naja, ohne Gepäck beim Baggage Drop-off zu stehen ist ja auch fragwürdig. Super Start in den Urlaub, bin echt gestresst und fühle mich jetzt schon nicht mehr frisch.
Ich whatsappe und telefoniere mit Coco, die sich super um Alternativen kümmert. Hat doch wirklich Vorteile wenn Freunde direkt aus dem Reisebüro seines Vertrauens helfen können. Sie setzt mich gleich online auf den nächsten Flieger nach Taipeh. Zur Sicherheit geh ich aber trotzdem lieber noch mal zum Servicecounter und dort erklärt mir eine Hessin mit den schönsten grünen Augen, die ich seit langem gesehen habe, dass ich richtig stehe und alles gut wird. Es gibt sogar ein freies Mittagessen in einem Flughafen-Restaurant als Kompensation für die 4 Stunden Wartezeit...

Letztendlich werde ich ganz normal eingecheckt, erhalte aber leider nur einen Mittelsitzplatz für den langen Flug. Immerhin kriege ich es hin, dass ich in der Exit-Reihe sitzen kann. Sollte mehr Beinfreiheit bedeuten. Ich versuche zwar mich in die erste Klasse zu erschmeicheln, aber das hätte ich mir in meinem Zustand auch nicht abgekauft, so sehr abgenervt bin ich schon.

Nachdem das erledigt ist begebe ich mich pünktlich zur Mittagszeit zum Flughafen-Restaurant, um meine Gratismahlzeit einzulösen. Mal sehen was es gibt. Ich werde mit 3 anderen Typen an einen Tisch gesetzt. Keiner davon sieht besonders begeistert aus, aber allein das verbindet uns schon und lässt uns gemeinsam anstossen. Unsere Gruppe besteht aus einem Medizinstudenten mit Endziel Singapur, einem Ingenieur aus Frankfurt mit Endziel Shanghai (wo er aktuell und auch vorher schon länger mal lebte), einem Politik-Journalist für die BILD am Sonntag (BamS) aus Berlin mit Endziel Hongkong und natürlich mir.
Das Gespräch startet langsam und vorsichtig aber als wir entdecken, dass es auch Freibier gibt hebt sich die Stimmung von ganz allein. Jeder erzählt was er so in Asien macht, z.B. Gaskraftwerke für die Chinesen bauen, im Anzug als Arzt tätig sein, im Dschungel Stories finden oder in Japan Iaido machen (das wäre dann ich). Dafür, dass ich knallrot sein muss (auch vom Bier), schwitze und eigentlich total unentspannt bin, erzähle ich total viel über Iaido und Japan. Der BamS ist sehr interessiert, da er schon lange Wing Tsun macht. Er kommt immer wieder auf das Thema zurück und ich erzähle über die verschiedenen Schnitte, Katas, die Philosophie dahinter, die Prüfungen und die mitunter unschöne Iaido-Politik in Japan und Deutschland. Interessanterweise bestätigt der angehende Arzt auch die verschiedenen Schnitttechniken mit Hinblick auf die im Körper verlaufenden Muskelstränge. Hätte nicht gedacht, dass meine Themen so für Interesse in der Gruppe sorgen. Dabei hat der Ingenieur z.B. auch faszinierende Dinge über China zu erzählen. Am Ende landen wir aber dann bei Politik und Medien, was natürlich BamS großes Thema ist. Er selber ist ein glühender Verfechter der BamS. Als ich die Welt Kompakt ins Spiel bringe, klärt er mich hämisch darüber auf, dass diese ja nur von den Volontären der Welt Redaktion erstellt wird. Also quasi eine Schülerzeitung. Branchenhumor...achja, das Essen war ok, man wurde satt.

Ein paar von uns gehen danach in den Duty Free Shop und decken uns ein. Ich kaufe Chivas Regal Whiskey für Fifis Papa. Die Kippen, die ich ebenfalls mitbringen soll hole ich dann in Taiwan. Nach dem shoppen suche ich mir erst mal ein ruhiges Plätzchen und versuche die Zeit bis zum Einstieg totzuschlagen.

Der Flug selber ist dann recht angenehm, der Sitzplatz ganz vorne vor der Wand ungewohnt aber ebenfalls angenehm. Aber irgendwie habe ich ein Hitzestauproblem, mir ist sowas von heiß. Die Funktionsjacke von Adidas, die ich mir extra für diesen Trip gekauft habe ist nicht wirklich für das Flugzeugklima geeignet. Oder ich komme gerade in die Wechseljahre, wer weiß. Ich hätte mir echt Sachen zum Wechseln mitnehmen sollen. Ein Königreich für ein Deo! Ist aber alles in meinem Koffer bzw. meinem Trekkingrucksack, fuck.

Weil ich ganz vorne sitze habe ich diese stylischen Bildschirme, die man in der Armlehne verstaut. Eigentlich ganz cool, nur leider ist die Displayqualität etwas mies. Ich gucke erst Abraham Lincoln - Vampire Hunter und dann Prometheus. Abe ist nicht ganz so schlecht wie der Film-Fritze damals erzählt hat. Seichte Unterhaltung. Prometheus dagegen ist total der Knaller. Verwirrend und mit ein paar unlogischen, aber mit teilweie großartigen Momenten. Es lässt irgendwie mehr Fragen offen als am Anfang. Ich hoffe es gibt eine Fortsetzung.
Der Flug verläuft ansonsten ok. Kann aber nicht viel schlafen und bin durch die vierstündige Verzögerung total mit meinem Zeitgefühl durcheinander.

In Peking angekommen lade ich erst mal mein Handy und suche mir einen freien Wi-Fi Zugang. Der Nebel war ziemlich deutlich zu sehen bzw. es war eben nicht viel zu sehen. Muss ja gespenstisch ausgesehen haben wenn vorher sogar noch mehr Nebel war. Ich informiere Fifi, wann ich genau ankomme und sie bestätigt, dass sie mich auch zur neuen Uhrzeit abholen kommt und wir dann mit dem Taxi nach Taipeh reinfahren. Der Flughafen ist nämlich ziemlich weit weg vom Stadtzentrum.

Im Flieger nach Taipeh sitzt eine kleine Taiwanesin neben mir. Sie packt eine deutsche Zeitschrift aus, interessant. Ohne aufdringlich zu sein versuche ich herauszufinden auf was für einem Deutschniveau sie sein könnte, damit ich sie nicht überfalle wenn ich sie anspreche. Alles ne Frage des Timings mal wieder, denn da ich während des Starts sowieso wieder einnicke und penne bis es Essen gibt, kommt sie mir letztendlich zuvor und fragt mich in sehr gutem Deutsch ob ich denn in Taiwan Urlaub mache. Chih Xuan bzw. Ryan studiert Pharmazie in Würzburg und lernt seit einem Jahr intensiv Deutsch, hat aber vorher schon etwas gelernt. Sie spricht wirklich gut, ich bin beeindruckt. Wir führen eine lockere Unterhaltung, komplett in Deutsch. Ich nutze ihre große Hilfsbereitschaft gleich aus und übe mit ihr etwas Chinesisch. Verdammt, ganz schön schwer diese Tonalsprache. Sie kommt zwar nicht aus Taipeh aber wird dort in der nächste Woche ein paar Tage Freunde besuchen, also verabreden wir uns locker auf ein Wiedersehen. Toll sowas, meine erste Bekanntschaft in einem Flugzeug.

Sie hilft mir sogar taiwanesische Kippen zu kaufen und wartet mit mir bis meine Tasche kommt. Sie selbst hat ca. 20kg Haribo, China-Öl (das gar nicht aus China, sondern aus Deutschland kommt wie ich gelernt habe) und anderes Zeug in ihren riesigen 2 Taschen. Der Flug ist letztendlich dann sogar noch später als erwartet angekommen.

Fifi erwartet mich am Flughafen und ich bin wirklich froh sie zu sehen. Jetzt noch mit der Bahn alles selber zu organisieren wäre mir jetzt zu anstrengend. Ich will eigentlich nur noch duschen und einen Kaffee. Es ist ca. 17:30 Uhr Ortszeit und ich bin seit über 24h unterwegs. Keine Rast den Rastlosen. Wir hauen uns ins Taxi und fahren zu der Wohnung ihrer Freundin Tiffany, bei der ich unterkommen werde. Das Zimmer ist von Patrick, der aber nie zu Hause ist.

Die Strasse in der ich wohne. Man sieht gut die MRT Schienen.
Fifi kommt gerade aus ihrem Urlaub auf Okinawa zurück und hat gerade mit ihrem Amerikanisch-Französischem Freund Schluß gemacht, was auch etwas ihre leicht bedrückt/genervte Stimmung erklärt. Sein Heiratsantrag hat wohl bei ihr nicht gezogen. Ich verbringe die ganze Taxifahrt damit etwas Seelsorger und Tröster zu sein, obwohl wir uns eigentlich noch gar nicht richtig kennen.

Taipeh sieht im dunklen ganz interessant aus. Das Wetter ist Bombe, es sind ca. 28° Celsius. Ich bin viel zu warm angezogen und hätte leichtere Klamotten mitbringen sollen.

Das National Theater, aus dem Taxi raus fotografiert.
Das Bahnsystem MRT in Taipeh sieht nicht nur fast wie in Japan, es läuft auch genau so. Einfach eine bunte Suica-Karte kaufen und dann ab und zu mit Geld aufladen, super easy. Krass günstig noch dazu! Meine Station heißt Da'an Station (大安) so wie der District in dem ich wohne. Die braune Linie nennt sich Wenshan Line, aber ich merke mir einfach nur die Farben.

Erster Stopp des Abends: ein neues Restaurant der Firma Kanpai in der Fifi arbeitet. Ein Restaurant, das vorrangig Ochsenzunge serviert, alles im japanischen Stil, da der Gründer von Kanpai Japaner ist. Superlecker. Ich bin jetzt glücklich. Urlaubsglücklich!!!



Rinderzunge. Etwas fest das Fleisch, aber gut mariniert.

Danach: Revolver, eine Ausländer-Bar (Fifi hat dort ein Jahr gearbeitet). Krass viele Ausländer und viele taiwanesische Mädels, die allesamt auf der Jagd sind. Bin beeindruckt was es für Schönheiten in diesem Land gibt. Ein relativ großgebauter asiatischer Typ mit Mandelaugen und sehr vollen Lippen. Teilweise ertappe ich mich beim Starren. Fühle mich schmerzlich an Hui Ling aus Malaysia zurückerinnert. Ich genieße einfach die Show und quatsche mit ein paar Leuten hier und da. Fifi stellt mir brav alle möglichen Bekannten vor. Als Bartenderin lernt man halt Leute kennen. Ich kann mir aber fast keine Namen merken, zu sehr bin ich noch durch von der Reise und außerdem bin ich einfach geflasht von den vielen Eindrücken.

Revoler von außen. Drinnen war es noch voller.
Die Drinks sind auch nicht von schlechten Eltern, obwohl ich ein, zwei Mal Fifi bitten muss mit Stoff bei der diensthabenen Barkeeperin, die übrigens niemals lächelt, nachschenken zu lassen. Der Laden ist ziemlich voll, Konzerte gibt es auch, heute ist 2 Jahre Revolver oder so und wahrscheinlich deswegen so gut besucht. Ich  mag mein Timing.

No Coldplay und No Cockblocking, zwei wichtige Regeln in Taipeh!
3. Stopp: Micasa, eine billige Ausländer-Disko. Wir kommen umsonst rein, Fifi kennt die Leute. Heute ist scheinbar 80er Party. Ich bin ziemlich abgetörnt von dem Publikum. Das Niveau ist ziemlich weit unten angesiedelt und die Musik ist oll. Ich liebe ja die 80er, aber dazu im krassen BB-Radio Mix? Nee... Außerdem ist das Verhalten der Ausländer echt ätzend und schmierig. Bloß weg von hier (nach einem Drink).

4. Stopp: Carnegies. Quasi die gehobene Art sich von Ausländern einladen und abschleppen zu lassen, wie mir scheint. Mitt-40er Frauen tanzen hier auf der Theke und schmierige Anfang-50er Typen schmeissen sich ran. Hier sieht es nach Geld aus, aber auch nach ganz viel Verzweiflung.
Der Unterhaltungsfaktor für mich als Club- und Datingkultur-Touristen ist sehr hoch, aber ansonsten ist der Laden echt nicht zum aushalten. Die Location ist zwar ganz nett, aber weder Musik noch der Alterdurchschnitt lässt mich hier länger verweilen.


Fifi hat Spaß :)

Ich bin übrigens gut angetrunken. Fifi trinkt gar nix, hat wohl nen Eid geschworen für den Rest des Jahres. Auch wenn sie trotzdem fein am Tanzen ist, finde ich das ganz schön unfair! Trotz der zwei Club-Nieten bislang ist jedenfalls meine Stimmung noch echt super. Party und Urlaub, jaaa!!!!

5. Stopp: Roxy 99. Schon besser. Irgendwie eine nettere Atmosphäre und ein jüngeres Publikum. Der Ausländeranteil ist nicht ganz so hoch und die Musik ist durchweg angenehm. In den ganzen Clubs und Diskos gibt es übrigens keine richtigen Garderoben sondern das Schließfachsystem, bei dem man sich meist kostenfrei selbst bedienen kann.

Man beachte das Schild!
Ich schaue einfach rum, trinken meine Drinks und lasse mich von Fifi ihren ganzen Bekannten vorstellen. Bemerke ein oder zwei Blickkontakte von Mädels im Club, die sich dann aber mit Typen neben sich scheinbar über mich unterhalten anstatt weitere Avancen in meine Richtung zu signalisieren. Hmm, lästern die jetzt oder was? Versteh' ich nicht. Egal, mir reicht das Gucken alle Male. Leute die sich Vögel anschauen heißen Ornithologen, bin ich dann ein Partyiologe wenn ich zuschaue wie Leute feiern? Auf jeden Fall ist es faszinierend zu sehen wie offen und ausgelassen die Taiwaner hier feiern. Und was die so wegsaufen, der Knaller!

Noch skuriller und lustiger wird es, als ich über 2.500 Taiwan Dollar auf dem Tanzboden finde und mir erst mal dreist einstecke. Das schlechte Gewissen trinke ich dann einfach weg und lade gleich Fifi und ihre Freundinnen mit ein. Das Geld kompensiert auch etwas den finanziellen Aufwand der heutigen Tour, hah! Als es dann noch Drum'n Bass und ein bisschen Dubstep in die Auswahl des DJs schafft, bin ich vollends happy.

Ein paar besoffene Ausländerinnen gibt es auch. Jedoch weniger interessant. Eine davon fordert mich aber kompromisslos zum Tanzen aus und damit hat sich die Sache dann auch erledigt für den Abend. Die Tante lässt mich nicht mehr gehen und ich bleibe aus irgendeinem Grund auch gerne bei ihr ;)

Meine betrunkene Ausländerin stellt sich als Kanadierin heraus und hört auf den Namen Rachelle. Sie trägt Brille, spielt Ukulele und singt wirklich sehr hübsch, was sie mir und vorbeilaufenden Taiwanesen draussen vor dem Club demonstriert. Was für ein Abend, da sitze ich einfach so im Dezember mit T-Shirt sternhagelvoll draussen bei einem Privatkonzert. Ich bin ein klein wenig verzaubert von dem Moment.

Rachelle ist aber ziemlich rollig und ich ziemlich betrunken, was im Endeffekt für uns beide komplett austauschbar ist und auch irgendwie das Gleiche bedeutet. Jedenfalls verlasse ich mit ihr den Club nachdem ich mir die Erlaubnis von Fifi geholt habe. Da Rachelle als Lehrerin schon eine Weile in Taipeh lebt kennt sie sich aus und suchen eine Unterkunft für die Nacht in Ximen. Ich glaube es kaum, mein erstes Love Hotel und dann noch außerhalb Japans?! Etwas zu finden stellt sich dann aber doch als beinahe unmöglich raus. Ich kann sowieso nix lesen, unabhängig von meinem Zustand. Dann finden wir aber doch noch eine Absteige, natürlich vollkommen unromantisch und unsexy. Meine Erwartungen sind irgendwie recht hoch, aber am Ende wird es doch alles recht "awkward".

Ohne weiter in die Details zu gehen ist es im Nachhinein gesehen schon etwas unangenehm wenn man mittendrin merkt, dass man die Person eigentlich überhaupt nicht so cool und sexy findet wie man anfangs dachte, sondern im Gegenteil eher anstrengend und abtörnend. Aber hey, das Zimmer ist bezahlt und den Rausch ausschlafen müssen wir ja auch. Ich verbuche es für mich unter "Fehler, die man unter Alkoholeinfluss begeht und die nur bedingt als coole Geschichte zum Weitererzählen taugen".

Auf jeden Fall krass wie so ein erster Abend in Taiwan enden kann. Und warum eigentlich ne Kanadierin?! Als ich morgens mehr oder weniger fit aus dem Fenster des Hotelzimmers blicke ist alles irgendwie surreal. Ich bin im Urlaub und bin trotz aller "awkwardness" einfach glücklich hier zu sein und so einen Schwachsinn machen zu können.



Rachelle weiß, dass ich nur eine Woche in Taiwan bin und fragt ob es sich lohnt Nummern auszutauschen. Ich glaube sie würde mich schon noch mal gerne wieder sehen. Ich sage einfach "It's ok", gebe ihr einen Kuss auf die Backe und steige in meine Bahn ein. Ein für mich untypischer und eher arschiger Abgang, aber irgendwie auch sehr befreiend.

Die morgendliche Sonne strahlt und ich denke über den Abend nach. Etwas habe ich ein schlechtes Gewissen weil ich Fifi bereits am ersten Abend alleine gelassen habe. Aber immerhin weiß ich schon selbst wie ich von A nach B in einer fremden Stadt komme, ist doch auch was!